Overnight Report von der 74. Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft
für Innere Medizin
Lausanne, 11. Mai 2006
Ärztliche Grundversorgung in der Schweiz gefährdet
In der Schweiz werden jährlich rund 300 Ärzte zu wenig
ausgebildet, nämlich nur etwa 700 anstatt der benötigten 1'000. Damit
fehlen bis in zehn Jahren circa 3'000 Ärzte. Vor allem der Mangel an Hausärzten
wird zu einem ernsthaften Problem führen.
Dies stellten verschiedene Experten anlässlich einer Podiumsdiskussion
an der Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Innere
Medizin fest. Die schweizerische Gesundheitspolitik ist gefordert.
| Dr. Jacques de Haller, der Präsident der Verbindung
der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, hält dazu fest: "Die
medizinische Grundversorgung muss im ganzen Land gewährleistet sein:
Dass dies ein zentrales Anliegen nicht nur der Grundversorger, sondern ein
Anliegen der gesamten Schweizer Ärzteschaft ist, hat die Grossdemonstration
vom 1. April 06 auf eindrückliche Art und Weise gezeigt. Wenn es um
Medizin geht, sind wir Mediziner die Fachleute. Deshalb müssen alle
Entscheide, die das Gesundheitswesen betreffen, mit uns besprochen, zusammen
mit uns in einem partnerschaftlichen Geist erarbeitet werden. Wir wehren
uns - vor allem auch zugunsten unserer Patientinnen und Patienten - beispielsweise
vehement dagegen, dass Beamte oder Ökonomen alleine Grundsatzfragen
beantworten, bei denen es um Krankheit und Gesundheit geht." |
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Die Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Innere
Medizin ist mit über 2'500 Teilnehmern der grösste nationale Ärztekongress
der Schweiz. Als grösste medizinische Fachgesellschaft der Schweiz vertritt
die SGIM seit ihrer Gründung im Jahr 1932 einerseits die Interessen ihrer
3'500 Mitglieder, aber auch der über 5'000 Internisten der Schweiz.
Die SGIM vertritt ebenfalls die Anliegen und Bedürfnisse der internistischen
Patienten - bei den anderen Ärzteorganisationen, den Behörden, den
pharmazeutischen Firmen und bei weiteren Institutionen im Gesundheitswesen.
Zudem fördert die Gesellschaft die spezifische Forschung und die wissenschaftliche
Tätigkeit in Innerer Medizin.
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