Overnight Report von der 74. Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft
für Innere Medizin, Lausanne, Mai 2006
Lausanne, 12. Mai 2006
Aufmerksam beim Checkup
Wie asymptomatisch sind asymptomatische Patienten
Erhalten Patienten, die sich für einen Check-up oder einer
routinemässigen Vorsorgeuntersuchug melden, nur das Routineprogramm, kann
man leicht Krankheiten übersehen. Der Patient wird dann womöglich
anderswo wieder ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Dr. S. Hunziker, Poliklinik des Universitätsspitals Basel, präsentierte
auf Ihrem Poster eine Studie mit 67 "asymptomatischen" Patienten, die
Anamnese und Labor erhielten, die über die geltenden Empfehlungen hinausgehen.
Es wurde eine genaue Anamnese durchgeführt und auch der "Hospital Anxiety
and Depression Scale" (HADS) bestimmt, sowie ein erweitertes Labor und ein
EKG durchgeführt.
Tatsächlich zeigten 97% der Patienten verschiedene Symptome, im Durchschnitt
waren es sieben. Am häufigsten waren Brustschmerz, Kopfschmerz, Palpitationen,
Schlafstörungen, etc. Viele Patienten äusserten auch generelle gesundheitlichen
Befürchtungen (32%) oder psychosoziale Belastungen (36%).
Bei rund zwei Drittel der Patienten erbrachte die Untersuchung einen Befund.
Am häufigsten wurde eine Depression und Angststörung festgestellt.
Ob Check-up Patienten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Depression
oder Angststörung haben, soll weiter untersucht werden. Weitere häufige
Diagnosen waren Dyslipidämie, Hypertonie oder erhöhte Leberenzyme.
Man sollte bei Patienten, die sich "ohne Grund" für einen Gesundheitscheck
melden, insbesondere diese wichtigen gesundheitlichen Störungen suchen.
BE
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