Overnight Report von der IPV-Konferenz, Prag, September 2006
PRAG, 13.August 2006
HPV –Selbstuntersuchung
Vorsorge künftig so einfach wie Zähne putzen?
PRAG –In der Schweiz geht nur jede zweite Frau regelmässig zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung. In den Niederlanden, wo die Vorsorgeuntersuchungen alle fünf Jahre anstehen, nehmen 80% der Frauen am Screening teil. Mit einer innovativen neuen Methode könnte man auch die restlichen Frauen doch noch für die Vorsorge gewinnen, berichtete Professor Dr. Chris Meijer von der Freien Universität in Amsterdam an der 23. Internationalen Papillomavirus-Konferenz.
Auf den ersten Blick erscheinen 80% Compliance mit bestehenden Screeningprogrammen als zufrieden stellend. Doch gerade bei Frauen, die nicht am Screening teilnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit eine höhergradige Präkanzerose zu diagnostizieren viel höher als bei Patientinnen, die ihre Vorsorgetermine strikt einhalten, bemerkte der Experte.
Die Früherkennung des Zervixkarzinoms könnte mit der Möglichkeit der Selbstentnahme einer Vaginalprobe und der nachfolgenden DNA-Untersuchung auf das humane Papillomavirus optimiert werden, so der holländische Pathologe. In einer Studie mit Frauen, die sich selbst nach mehrmaliger Aufforderung nicht zur Vorsorgeuntersuchung begeben wollten, konnte Prof. Meijer zeigen, dass viele der Frauen akzeptieren, selbst einen vaginalen Abstrich in den eigenen vier Wänden zu entnehmen.
Selbst ist die Frau
Es wurden 2546 Selbsttests auf HPV-DNA inklusive Gebrauchsanweisung verschickt. Zurück kamen 736 vorschriftsgemäss entnommene Proben. Das bedeutet, dass jede dritte Frau so doch noch dem Screening zugeführt werden konnte. Auch in den USA und China wurden bereits vergleichbare Erfahrungen gemacht.
Die Kosten pro diagnostizierter CIN 2/3 entsprechen denen üblicher Screeningprogramme und belaufen sich auf derzeit 8500 Euro, so Prof. Meijer.
In einer neuen Studie sollen 45.000 Frauen in und um Amsterdam den neuen Test zu Hause durchführen. Erwartet wird, dass 15.000 Proben analysiert werden. Etwa 900 Tests werden voraussichtlich positiv sein; 245 Präkanzerosen und 3 bis 5 Zervixkarzinome werden so zusätzlich diagnostiziert werden.
Es geht ganz einfach
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Selbstuntersuchung mit neuem Test. Abb. nach Prof. Meijer
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Bei dem Test führt man ein Wattestäbchen oder eine kleine Bürste etwa 6 cm vaginal ein. Damit erwischt man nicht unbedingt Material vom Gebärmutterhals. Dennoch ist das Material fast immer verwertbar.
„Die Sensitivität des Tests auf HPV in der selbst entnommenen Probe ist mindestens genauso hoch für CIN 2 oder höher wie die zytologische Untersuchung des vom Gynäkologen entnommenen Abstrichs“, schloss Prof. Meijer.
Bleibt nur das Problem, im Fall eines positiven Befundes, die Frauen in die gynäkologische Praxis zu bekommen. Dr. Anka Stegmeier-Petroianu
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