Overnight Report von der IPV-Konferenz, Prag, September 2006
PRAG, 13. September 2006
Genitalwarzen
Die verkannte Geschlechtskrankheit
PRAG – Kondylome im Genitalbereich gehören zu den lästigen sexuell übertragbaren Krankheiten, über die nur wenige Betroffene Bescheid wissen, so Dr. Christian Munk vom Karolinska Institut in Stockholm an der 23. Internationalen Papillomavirus-Konferenz.
Mehr als 90% der klinisch auffälligen Kondylome werden durch HPV-Typen 6 oder 11 verursacht, gegen die auch der neue quadrivalente Impfstoff zuverlässig schützt.
Ist für das Verhindern von Gebärmutterhalskrebs eine Zeitspanne von 20 Jahren notwendig, könnte die neue Impfung schnelle Erfolge im Kampf gegen Genitalwarzen feiern.
HPV mit im Bett
Laut epidemiologischen Studien liegt die Durchseuchung mit HPV der 15- bis 49jährigen Bevölkerung bei 60 bis 70%. In den meisten Fällen wird das körpereigene Immunsystem mit den Eindringlingen fertig, und die Infektion verläuft asymptomatisch. Wie häufig Genitalwarzen, sogenannte
Condylomata acuminata, auftreten war bisher nicht bekannt, ist es vielen Betroffenen doch peinlich über ihr Problem zu sprechen: Warzen an Penis, Scheide oder After.
Ziel der am Kongress vorgestellten Skandinavischen Multizenter-Studie war es, die Prävalenz der Genitalwarzen in der Allgemeinbevölkerung abzu schätzen und den Wissensstand von Frauen zu diesem Thema herauszufinden, berichtete Dr. Munk.
Die Ergebnisse der Fragebogen-Studie an 70 000 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren zeigen, dass etwa 10% der Frauen schon einmal an Genitalwarzen gelitten haben. Trotzdem gab nur jede dritte Frau an, jemals von einer HPV-Infektion gehört zu haben. Selbst unter den Patientinnen mit durchgemachten Genitalwarzen hatte nur jede Zweite Kenntniss vom humanen Papillomavirus.
Dr. Anka Stegmeier-Petroianu
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