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Overnight Report vom EUROGIN Paris, April 2006


Paris, 28. April 2006

Die Bürde der Genitalwarzen

Skandinavische Multizenter-Studie bringt Licht hinter die Dunkelziffern

Die neue Impfung gegen Papillomaviren kann die Präventionsstrategie der Genitalwarzen entscheidend verändern. Die grosse Belastung durch Genitalwarzen in der Allgemeinbevölkerung war bis anhin weitgehend verkannt, da Studien immer nur an ausgewählten Bevölkerungsgruppen durchgeführt wurden.

Die Ergebnisse der Fragebogen-Studie lassen vermuten, dass mindestens 10 % der Frauen bereits vor ihrem 45. Lebensjahr an Genitalwarzen leiden. In jüngeren Geburtskohorten scheint die Inzidenz noch zuzunehmen. An der Untersuchung hatten fast 70'000 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren aus Dänemark, Island, Norwegen und Schweden teilgenommen.
Ausser vom Alter, war die Entwicklung von Genitalwarzen noch von der Anzahl der Sexualpartner, sexuell übertragbaren Krankheiten in der Anamnese, dem Anwenden hormonaler Kontrazeptiva oder von Kondomen, sowie vom Rauchen und der Bildung abhängig.

Das humane Papillomavirus (HPV) ist für alle vorkommenden Warzen verantwortlich. Einige Virustypen verursachen Warzen im Genitalbereich, andere an Händen und Füssen. Es gibt sichtbare Warzen im Genitalbereich (Kondylome) und solche, die für das menschliche Auge nicht erkennbar sind. Manchmal bleibt die Warzenentwicklung trotz Infektion auch vollständig aus.

Die quadrivalente HPV-Impfung gegen HPV 16, 18, 6 und 11 könnte bald verfügbar sein. Die Ergebnisse dieser Studie können zur Entwicklung neuer Präventionsstrategien herangezogen werden. Die mit der Studie bewiesene Belastung der Allgemeinbevölkerung durch Genitalwarzen sollte zur Entscheidung der Impfstrategien beitragen.

Sandra Krüger


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