Overnight Report vom EUROGIN Paris, April 2006
Paris, 27. April 2006
Zervixkarzinom
Screening in der Schweiz
PARIS –Da im Rahmen des EUROGIN-Kongresses verschiedene Vorgehensweisen für das Zervixkarzinom-Screening diskutiert wurden, haben wir PD Dr. Michael Mueller, Leitender Arzt in der Frauenklinik des Inselspitals, Bern, zu den aktuellen Empfehlungen in der Schweiz befragt.
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PD. Dr. Michael Mueller
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Die Schweizer Empfehlungen zum Zervixkarzinom-Screening sehen ein regelmässiges zytologisches Screening der Frauen vom 18. Lebensjahr bzw. dem Beginn der Geschlechtsaktivitäten bis zum 65. /70. Lebensjahr vor. Da die Abstriche mit bis zu 5% falsch positiven, vor allem aber mit bis zu 40 % falsch negativen Resultaten einher gehen, sollten die Untersuchungen zunächst jährlich vorgenommen werden, bis dreimal hintereinander ein unauffälliger Befund vorliegt. Dann kann das Untersuchungsintervall auf drei Jahre verlängert werden.
Wie lange screenen?
Ältere Frauen, deren zytologische Befunde dreimal oder mehr dokumentiert, aufeinander folgend normal negativ ausfielen, können das Screening einstellen, wenn sie in den vorhergehenden zehn Jahren ebenfalls keine auffällige Zytologie hatten.
Sind Risikofaktoren vorhanden müssen die Screeningintervalle ggf. verkürzt werden.
Risikofaktoren für ein Zervixkarzinom
- Früher Beginn sexueller Aktivitäten
- Anzahl der Sexualpartner
- Sexualverhalten des Partners
- Sexuell übertragbare Erkrankungen in der Anamnese
- Rauchen
- Peniskarzinom der Partner
- Langzeitverwendung oraler Kontrazeptiva
- Vitamin A;C;B; und Folsäuremangel bei kachektischen Patienten
- Immunsuppression
- HPV-Infektion in der Anamnese
- Auffällige, positive Zytologie in der Vergangenheit
Kein HPV-Screening
Ein HPV-Screening hingegen wird in der Schweiz nicht durchgeführt, so Dr. Mueller. Ein HPV-Test spielt im normalen Screening ausser bei unklaren Befunden keine Rolle und wird im Einzelfall auf Wunsch der Frauen vorgenommen. Die Kassen tragen die Kosten nicht.
| Alter: |
bei Frauen über 30, nur in ausgewählten Fällen bei Jüngeren |
| normaler PAP: |
niemals
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| ASCUS: |
Prämenopause: falls erneut ASCUS im Kontrollabstrich
Postmenopause: immer
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| LSIL: |
nur bei speziellen Indikation, z. B. Teenager oder HIV positiv
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| nach Konisation |
6 Monate nach Konisation |
| HSIL: |
niemals |
Beim Abstrich besteht heute neben dem normalen PAP-Abstrich auch die Möglichkeit einer flüssigkeitsbasierten Untersuchung. Letztere bietet die zusätzliche Möglichkeit, weitere Abklärungen vorzunehmen und so neben der Zytologie bei Bedarf z.B. auch einen HPV-Test durchzuführen. Dies ist insbesondere beim Fund atypischer glandulärer Zellen unbekannter Signifikanz von Bedeutung (AGUS).
"Wir müssen regelmässig screenen, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Verhindern können wir sie nur mit einer wirksamen Vakzine. Aber auch dann wird das Screening nicht überflüssig werden", betont Dr. Mueller ausdrücklich.
Dr. med. Christine Mücke
Was ist was?
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Am gebräuchlichsten ist heute die Bethesda-Nomenklatur.
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