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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Overnight Report vom 21. Jahreskongress der European Association of Urology


PARIS, 07.04.2006

Tyrosinkinase-Inhibitoren

Tumorwachstum gezielt stoppen

Patienten mit einem Nierenzellkarzinom haben gute Heilungschancen - sofern die Diagnose im Frühstadium erfolgt. Für etwa ein Viertel der Patienten, die bei Diagnosestellung bereits Metastasen aufweisen, ist bislang die Prognose infaust: Fünfjahres-Überlebens-Raten betragen unter 10%, so Dr. Robert J. Motzer, New York, am 21. Jahreskongress der European Association of Urology. Diesen Patienten könnte jetzt eine gezielte Therapie helfen: Neue Substanzen aus der Klasse der Tyrosinkinase-Inhibitoren hemmen Tumorwachstum und Tumorprogression, indem sie unter anderem die tumorinduzierte Gefässneubildung unterbinden.

Bisher verfügbare Therapien mit Interferon-alpha und Interleukin-2 kamen nur wenigen Patienten zugute, so der Experte.
Beim Nierenzellkarzinom werden Wachstumsfaktoren überexprimiert, die für das Tumorwachstum verantwortlich sind und mit einer schlechten Prognose einhergehen. Die Aktivierung bestimmter Enzyme, der Tyrosinkinasen, spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Sunitinib ist ein oraler Tyrosinkinase-Hemmer, der an die Rezeptoren der Wachstumsfaktoren VEGF und PDGF bindet. Daten liegen mittlerweile von zwei Phase-II-Studien mit insgesamt 168 Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom vor, berichtete Dr. Motzer. Die Teilnehmer beider Studien hatten zuvor auf mindestens eine Behandlung mit Zytokinen nicht angesprochen. Die Patienten erhielten Sunitinib in einer Dosierung von 50 mg einmal täglich. Ein Therapiezyklus bestand aus einer Behandlung mit Sunitinib über vier Wochen, gefolgt von einer zweiwöchigen Pause. Die mediane Behandlungsdauer lag bei neun Monaten in der ersten Studie und bei sieben Monaten in der zweiten Studie.

Auf die Therapie sprachen insgesamt 42% der Patienten an. In dieser Gruppe betrug das mediane krankheitsfreie Überleben 14,8 Monate. In der ersten Studie lebten die Patienten mit der Therapie im Schnitt noch 16,4 Monate, abschliessende Daten aus der zweiten Studie liegen noch nicht vor. ASP





 
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