Overnight Report vom 21. Jahreskongress der European Association of Urology
Potenz nach Prostatektomie
Altersdifferenz zur Partnerin entscheidend
Ärzte sollten sich für das Alter der Partnerin interessieren,
wenn sie einen Mann zur Potenz nach einer radikalen Prostatektomie beraten.
Das ist die Quintessenz einer Studie, die eine Pariser Arbeitsgruppe am 21.
Kongress der European Association of Urology vorstellte.
Dr. Aurelien Descazeaud, Hôpital Cochin in Paris, beobachtete 240 konsekutiv
radikal-prostektomierte Männer über mindestens ein Jahr. Er wollte
wissen, wie sich das Alter des Patienten bei Prostatektomie auf die spätere
Potenz auswirkt, aber dabei beliess er es nicht: Seine Arbeitsgruppe fragte
auch nach der Altersdifferenz zur Partnerin. Von den 240 Patienten konzentrierte
er sich auf die 189 Männer, die angaben, vor dem Eingriff noch sexuell
aktiv gewesen zu sein. Mit oder ohne Therapie waren 59% dieser Patienten noch
potent.
Häufiger war die Potenz bei den jüngeren Männern erhalten: Die
noch Potenten waren im Durchschnitt 60,8 Jahre alt, die nicht mehr potenten
Männer 63,3 Jahre. Auch die Altersdifferenz entpuppte sich als ein signifikanter
prognostischer Faktor "pro Potenz": Bei den potenten Männern
war die Partnerin im Durchschnitt 6,8 Jahre jünger, bei den nicht mehr
Potenten war sie 4,2 Jahre jünger. Beide Faktoren - Patientenalter und
Altersdifferenz der Partnerin - waren voneinander unabhängige prädiktive
Faktoren. Signifikant fielen beide aus. Zur Entlastung der Frauen sei angemerkt,
dass das Alter des Patienten hochsignifikant (p < 0,001), die Altersdifferenz
zum Partner auf niedrigerem Niveau signifikant (p = 0,02) für den Erhalt
der Potenz war.
Die Autoren wünschen sich, dass in weiteren Studien zur Potenz nach radikaler
Prostatektomie auch die Altersdifferenz mit einfliesst. Vor allem kann der beratende
Arzt auch diesen Aspekt in der präoperativen Aufklärung mit berücksichtigen.
UNo
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