Overnight Report vom 21. Jahreskongress
der European Association of Urology
PARIS, 06.04.2006
Neue Indikation für Nervengift?
Botulinumtoxin bei überaktiver Blase
Injektionen mit Botulinumtoxin in den Detrusor sind auch in der Therapie
der Dranginkontinenz wirksam, so eine von PD. Dr. Daniel Schmid am 21. Jahreskongress
der European Association of Urology vorgestellte Studie.
Botulinumtoxin wird bereits bei Patienten mit neurogenen Blasenstörungen
injiziert. Als selektiver Hemmer der Acetylcholinausschüttung an den Synapsen
wirkt Botulinumtoxin auch auf die glatte Muskulatur, z. B der Harnblase.
Der Urologe vom Universitätsspital Zürich und Kollegen behandelten
150 Patienten mit Reizblase mit jeweils 100 Einheiten Botulinumtoxin - A, appliziert
an 30 verschiedenen Punkten im Detrusormuskel.
Sowohl urodynamische Parameter als auch Indizes der Lebensqualität wurden
mit der Therapie signifikant gebessert. 82 % der Patienten waren innerhalb von
zwei Wochen nach der Behandlung wieder kontinent. Bei drei Viertel der Patienten
verschwand die Drangsymptomatik komplett. Die Miktionshäufigkeit wurde
halbiert: von 14 auf 7 Miktionen pro Tag. Die Nykturie nahm ebenfalls durchschnittlich
von vier Episoden pro Nacht auf 1,5 ab.
Die Therapie blieb über etwa neun Monate wirksam. Eine Harnretention als
Komplikation trat in fünf Fällen auf und war als nicht schwerwiegend
einzustufen. ASP
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