Overnight Report vom Jahreskongress der American Heart Association, Chicago 2006
CHICAGO, 16. November 2006
Diabetes-Arznei bremst Atherosklerose
Pioglitazon verbessert nicht nur die Insulinempfindlichkeit von Diabetikern sondern bremst offenbar auch die Progression der Arterienverkalkung. Das ist das Resultat einer am Jahreskongress der American Heart Association vorgestellten Studie.
Die CHICAGO-Studie wurde in der “Windy City” Chicago von Professor Dr. Theodore Mazzone aus Chicago vorgestellt. CHICAGO steht für “Carotid Intima-Media Thickness in Atherosclerosis Using Pioglitazone”.
462 Typ-2-Diabetiker im mittleren Alter von 60 Jahren waren in diese Studie eingeschlossen. Sie erhielten während 18 Monaten nach dem Zufallsprinzip entweder Pioglitazon (15 bis 45 mg) oder den Sulfonylharnstoff Glimepirid (1 bis 4 mg). Ziel der Prüfer war es, den Effekt der Behandlung auf die atherosklerotisch verdickte Arterienwand zu beobachten. Die Intima-Media-Dicke der Karotis-Arterien (CIMT) wurde zu diesem Zweck gemäss Studien-Protokoll zu Beginn der Studie, sowie nach 24, 48 und 72 Wochen mittels Ultraschall bestimmt. 68% der Teilnehmer der Pioglitazon- und 76% der Glimepirid-Gruppe beendeten die Studie.
Nach Angaben des Referenten zeigte sich unter dem Sulfonylharnstoff eine Zunahme der CIMT um im Mittel 0,012 mm. Bei den Patienten unter dem Thiazolidindion Pioglitazon hingegen stellten die Prüfer eine Verringerung der CIMT um durchschnittlich 0,001 mm fest. Das bedeutet, wie Professor Mazzone betonte, die Progression der Atherosklerose war buchstäblich gestoppt worden. Es ist bisher nicht klar, welcher Mechanismus hinter diesem Effekt steht. “Es ist möglich, dass Thiazolidindione einen direkten günstigen Effekt auf die Gefässwand haben”, schlussfolgerte der Referent. BR
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