Overnight Report vom Jahreskongress der American Heart Association, Chicago 2006
CHICAGO, 17. November 2006
Zwei Tests helfen bei der Entscheidung für oder gegen einen Defibrillator
Plötzlichen Herztod vorhersagen
Der eine ist einfach, kostengünstig und weitgehend ungefährlich, der andere muss vom Spezialisten durchgeführt werden, ist teuer und nicht ohne Risiko. An den Scientific Sessions der American Heart Association 2006 wurden zwei Tests vorgestellt, die helfen, sowohl Patienten mit niedrigem als auch solche mit hohem Risiko für einen plötzlichen Herztod zu identifizieren.
Patienten mit Herzschäden, z.B. nach Infarkt wie in der vorgestellten Studie, haben ein erhöhtes Risiko für fatale Arrhythmien. In der Regel zeigen die Betroffenen in der Echokardiographie eine eingeschränkte Herzleistung. Implantierbare Defibrillatoren (ICD) können in diesen Fällen den plötzlichen Herztod verhindern. Dennoch: Nach der Einpflanzung kommen die meisten Geräte nie zum Einsatz.
„Wenn man nur nach der eingeschränkten Herzfunktion ginge, müsste man 17 Defibrillatoren einsetzen, um ein einziges Leben zu retten“, erklärte Dr. Otto Constantini, Case Western Reserve University, Cleveland, Ohio. „Wir brauchen deshalb dringend bessere Tests, um die Indikation zur Implantation zu stellen.“
In der vierjährigen ABCD1-Studie mit 566 Patienten wurden zwei diagnostische Tests verglichen: Zum einen eine nicht invasive moderne computerbasierte T-Wellenanalyse, zum anderen eine Herzkatheteranalyse – teurer, schwieriger und mit gewissem Risiko verbunden, was den breiten Einsatz ausschliesst. Die im Durchschnitt 65 Jahre alten Patienten hatten koronare Herzschäden, aber bislang keine lebensgefährlichen Arrhythmien. Bei jedem von ihnen wurden beide Tests durchgeführt und ein ICD eingesetzt, wenn einer oder beide Tests positiv waren.
Der Vorhersagewert beider Tests erwies sich als identisch. „Insgesamt waren Arrhythmien selten: 7% im ersten und 13% im zweiten Jahr“, so Dr. Constantini. Darüber hinaus waren Ereignisse am häufigsten, wenn beide Tests positiv, und am niedrigsten, wenn beide Tests negativ ausgefallen waren - was einen zusätzlichen Vorhersagewert der jeweiligen Methode nahe legt. „Angesichts der Komplexität des Problems ist es in der Tat sinnvoll, mehr als einen Test anzuwenden, zudem beide verschiedene Dinge messen: Der Katheter sagt uns, wie sich die elektrische Erregung im Herz ausbreitet, der T-Wellentest, wie sich die Herzzellen davon erholen.“
Da sich die Tests überraschenderweise als zeitabhängig erwiesen, empfahlen die Kollegen, das Screening jährlich durchzuführen. „Offensichtlich sind die zu Arrhythmien führenden Veränderungen im Herzen sehr dynamisch.“ kg
1Alternans before cardioverter defibrillator
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