Overnight Report vom 70. Jahrestreffen des American College of Rheumatology, Washington 2006
14. November 2006
Mögliche Rheumatoide Arthritis?
Zuwarten zerstört Gelenke
Bei Patienten mit undifferenzierter Arthritis, die Antikörper gegen cyclische citrullinierte Peptide aufweisen, verzögert eine frühe Therapie mit Methotrexat die Entwicklung permanenter Gelenkschäden, berichtete Professor Dr. Thomas W. J. Huizinga, Universität Leiden, am 70. Jahrestreffen des American College of Rheumatology. Das Vorliegen von Anti-CCP dient als früher Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis und deutet möglicherweise auf einen aggressiveren Krankheitsverlauf.
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Prof. Huizinga
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Die Experten sind sich einig: Je früher die Therapie der rheumatoiden Arthritis begonnen wird, desto mehr werden Gelenkschäden hinausgezögert. Doch wie früh ist früh? Und wie wählt man diejenigen Patienten aus, die sicher von einer Behandlung profitieren?
110 Patienten mit undifferenzierter Arthritis, die noch nicht ACR-Kriterien für eine rheumatoide Arthritis erfüllten, wurden in diese prospektive Doppelblindstudie eingeschlossen. Sie erhielten über 12 Monate Methotrexat oder Plazebo. Alle drei Monate wurde die Aktivität der Erkrankung mittels DAS-Score (Disease Activity Score) gemessen. Ziel waren Werte unter 2,4. In der Methotrexat-Gruppe wurde die initiale wöchentliche Dosis von 15 mg alle drei Monate angepasst, um dieses DAS-Ziel zu erreichen.
Nach Beendigung der Therapie wurden die Patienten über weitere 18 Monate beobachtet. Zudem wurden mögliche Gelenkschäden radiologisch erfasst. Bei allen Patienten wurden Antikörper gegen CCP bestimmt.
In der Plazebogruppe erfüllte etwa jeder zweite Patient (29 von 55) nach einem Jahr die ACR-Kriterien für rheumatoide Arthritis. Von den Plazebo-Behandelten, die Antikörper gegen CCP aufwiesen, entwickelten fast alle eine rheumatoide Arthritis.
Unter Methotrexat wurde bei 22 von 55 Patienten in der Folge eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Zudem wurde in der Methotrexat-Gruppe bei Patienten mit CCP-Antikörpern eine geringere radiologische Progression von Gelenkschäden festgestellt.
Prof. Huizingas Botschaft an die Grundversorger lautet: „Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu stoppen, bevor eine Gelenkdestruktion einsetzt.
Patienten mit Arthritis, bei denen Antikörper gegen CCP nachweisbar sind, sollten sofort zum Rheumatologen überwiesen werden und eine Therapie mit Methotrexat beginnen“. Dr. Anka Stegmeier-Petroianu
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