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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Overnight Reports vom 64. Jahreskongress der American Academy of Dermatology


SAN FRANCISCO, 10.03.2006

Hyperhidrose - Teenager doppelt und dreifach betroffen

Die Hyperhidrose manifestiert sich in den meisten Fällen bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren und ereilt dabei die Betroffenen in einer Zeit, die psychisch ohnehin schon kompliziert ist. Dr. Dee Anna Glaser, Universität von Saint Louis, berichtete am 64. Jahreskongress der American Academy of Dermatology Studienergebnisse, die auch in die Therapiewahl einfliessen sollten.

Die therapeutischen Optionen, zwischen denen der Arzt wählen kann, sind Antiperspirantien, die Iontophorese (bei Hyperhidrose der Hände und Füsse), die Injektion von Botulinumtoxin A und als chirurgischer Eingriff die endoskopische thorakale Sympathektomie, die schwersten Fällen vorbehalten bleiben sollte.

Die Perspirantien sind zum Teil zwar wirksam, auf die Dauer aber für viele Patienten nicht verträglich. Zur Botulinumtoxin-Injektion legte Dr. Glaser zwei Studien vor. Die eine untersuchte die Wirksamkeit über drei Jahre, die andere befasste sich mit der Arbeitsproduktivität vor und während der wirksamen Therapie.

In der Drei-Jahres-Studie zeigte Glaser, dass die Botulinumtoxin-Therapie auch über mehrere Injektionen, die im Schnitt sieben Monate auseinander lagen, wirksam und gut verträglich ist. Die Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens durch die Hyperhidrose wurde bei über 75% der Patienten aufgehoben.

Die zweite Studie untersuchte nicht nur die subjektive Lebensqualität, sondern die Arbeitsproduktivität unter der Behandlung. Hier waren Patienten mit schwerer Hyperhidrose eingeschlossen. Sie belastet die Produktivität aus Gründen des Zeitmanagements, bei mentalen und interpersonellen Anforderungen an die Arbeit.

In entsprechenden Fragebögen besserten sich diese Faktoren signifikant durch die Botulinumtoxin-Behandlung. Die Punktwerte entsprachen am Ende des Untersuchungszeitraums (30 Tage nach Botulinumtoxin-Therapie) in etwa dem Punktwert von Probanden, die keine chronische Krankheit haben.

Für junge Patienten ist eine ausreichende Behandlung deshalb besonders wichtig, weil sie sich sozial erst noch entwickeln müssen. Schüler wagen beispielsweise kaum, aktiv am Unterricht teilzunehmen oder "Händchen zu halten", wenn sie übermässig schwitzen. Eine angemessene Behandlung macht hier einen gewaltigen Unterschied, wozu Dr. Glaser Beispiele aus ihrer Praxis anführte. Sie engagiert sich daher auch in einer Kampagne, die Jugendliche gezielt anspricht, damit sie sich einer Behandlung öffnen (www.sweathelp.org). UNo

 





 
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