Overnight Reports vom 64. Jahreskongress der American Academy of
Dermatology
SAN FRANCISCO, 10.03.2006
Hyperhidrose - Teenager doppelt und dreifach betroffen
Die Hyperhidrose manifestiert sich in den meisten Fällen
bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren und ereilt dabei die Betroffenen in einer
Zeit, die psychisch ohnehin schon kompliziert ist. Dr. Dee Anna Glaser, Universität
von Saint Louis, berichtete am 64. Jahreskongress der American Academy of
Dermatology Studienergebnisse, die auch in die Therapiewahl einfliessen
sollten.
Die therapeutischen Optionen, zwischen denen der Arzt wählen kann, sind
Antiperspirantien, die Iontophorese (bei Hyperhidrose der Hände und Füsse),
die Injektion von Botulinumtoxin A und als chirurgischer Eingriff die endoskopische
thorakale Sympathektomie, die schwersten Fällen vorbehalten bleiben sollte.
Die Perspirantien sind zum Teil zwar wirksam, auf die Dauer aber für viele
Patienten nicht verträglich. Zur Botulinumtoxin-Injektion legte Dr. Glaser
zwei Studien vor. Die eine untersuchte die Wirksamkeit über drei Jahre,
die andere befasste sich mit der Arbeitsproduktivität vor und während
der wirksamen Therapie.
In der Drei-Jahres-Studie zeigte Glaser, dass die Botulinumtoxin-Therapie auch
über mehrere Injektionen, die im Schnitt sieben Monate auseinander lagen,
wirksam und gut verträglich ist. Die Beeinträchtigung der Aktivitäten
des täglichen Lebens durch die Hyperhidrose wurde bei über 75% der
Patienten aufgehoben.
Die zweite Studie untersuchte nicht nur die subjektive Lebensqualität,
sondern die Arbeitsproduktivität unter der Behandlung. Hier waren Patienten
mit schwerer Hyperhidrose eingeschlossen. Sie belastet die Produktivität
aus Gründen des Zeitmanagements, bei mentalen und interpersonellen Anforderungen
an die Arbeit.
In entsprechenden Fragebögen besserten sich diese Faktoren signifikant
durch die Botulinumtoxin-Behandlung. Die Punktwerte entsprachen am Ende des
Untersuchungszeitraums (30 Tage nach Botulinumtoxin-Therapie) in etwa dem Punktwert
von Probanden, die keine chronische Krankheit haben.
Für junge Patienten ist eine ausreichende Behandlung deshalb besonders
wichtig, weil sie sich sozial erst noch entwickeln müssen. Schüler
wagen beispielsweise kaum, aktiv am Unterricht teilzunehmen oder "Händchen
zu halten", wenn sie übermässig schwitzen. Eine angemessene Behandlung
macht hier einen gewaltigen Unterschied, wozu Dr. Glaser Beispiele aus ihrer
Praxis anführte. Sie engagiert sich daher auch in einer Kampagne, die Jugendliche
gezielt anspricht, damit sie sich einer Behandlung öffnen (www.sweathelp.org).
UNo
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