Overnight-Repots vom 64. Jahreskongress der American Academy of Dermatology
SAN FRANCISCO, 06.03.2006
Allergen des Jahres: Hätte Oscar Wilde das gewusst ...
Blondinen können aufatmen, sofern sie sich nicht Tattoos
mit schwarzem Henna machen lassen. Leute, die sich gern südländisch
dunkle Haare (nach-)färben, müssen dagegen alarmiert sein: Zum Allergen
des Jahres wurde Paraphenylendiamin (PPD) erkoren, dass in dunklen Farben vorkommt.
Das besonders Blöde an der Sache: PPD kann zu Kreuzreaktionen mit wichtigen
Medikamenten führen.
Dr. Sharon E. Jacob, Assistant Professor an der Universität von
Miami/Florida, kündigte am 64. Jahreskongress der American Academy of
Dermatology an, dass ein neuer Patchtest unterwegs ist, mit dem man auch
die neuesten Allergene nachweisen kann. Bis es - im Jahr 2007 - soweit ist,
hilft es auch, Bescheid zu wissen und an die neu entdeckten Allergene zu denken.
PPD färbt sich bei Oxidierung schwarz und befindet sich in dieser Eigenschaft
in Haarfärbemitteln wie auch als Zusatz in ansonsten natürlichem schwarzem
Henna. Auch Fotoentwickler und Druckfarben enthalten die Chemikalie. Auch wenn
sie schon lange im Einsatz ist - prominentes Opfer eine PPD-Allergie muss Oscar
Wilde gewesen sein, der über die typischen Symptome Juckreiz und periaurikuläre
Dermatitis klagte - wurde die Bedeutung als Allergen erst vor kurzer Zeit erkannt.
Einzelfälle aus der Literatur sind bekannt, bei denen durch ein Henna-Tattoo
eine Sensibilisierung auftrat und anschliessend eine heftige generalisierte
Reaktion eintrat, provoziert durch ein neues schwarzes Kleid.
Als wichtige Kreuzreagenzien sind Lichtschutzfaktoren auf PABA-Basis sowie
Medikamente wie Sulfonamide, Hydrochlorothiazid und Procain gefunden worden.
Hinweise auf die PPD-Allergie sind die Anamnese sowie eine Dermatitis im behaarten
Kopfbereich und am Augenlid. Nach Henna-Tattoos mit "schwarzem Henna"
ist ebenfalls eine Dermatitis, oder - bei Kindern in etlichen Fällen berichtet
- eine Hypopigmentation zu beobachten.
"Die Patienten sind wenig kooperativ, wenn man ihnen sagt, sie müssen
auf ihre Haarfärbung verzichten. Da ist es dann nützlich, wenn man
ihnen eine Alternative nennen kann. Im Web finden sich entsprechende Listen,
beispielsweise auf der Website www.contactderm.org. Dort lassen sich die ungefährlichen
Alternativen aus einer Datenbank, der Contact Allergen Avoidance Program Database,
herauslesen", gab Prof. Jacob einen Rat aus der Praxis. UNo
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