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Overnight-Reports vom 64. Jahreskongress der American Academy of Dermatology


SAN FRANCISCO, 07.03.2006

12 Jahre Calcineurin-Inhibitor: Neue Sicherheitsdaten vorgelegt

Die Calcineurin-Inhibitoren, zu denen sich neben Tacrolimus und Pimecrolimus neuerdings noch eine dritte Substanz gesellt, haben bei atopischer Dermatitis gegenüber den Kortikosteroiden etliche Vorteile. Eine gewisse Unsicherheit besteht jedoch zur Frage der Sicherheit, da sich die Wirkung dieser Therapeutika auf das Immunsystem erstreckt. Am 64. Jahreskongress der American Academy of Dermatology wurde eine neue Studie zu dieser Frage vorgelegt.

Die Pharmakologin Dr. Eileen Jaracz, Astellas Pharma US in Deerfield, hatte mit ihrer Arbeitsgruppe die Sicherheitsdaten aus verschiedenen Tacrolimus-Multicenterstudien sowie die Berichte der Postmarketing-Phase bis einschliesslich Dezember 2005 ermittelt und getrennt für die Altersgruppen 0-2 Jahre, 2-16 aus den Phase-I-III-Studien sowie aus den 5 Jahren nach Markteinführung; in dieser Zeit wurden weltweit 5,4 Millionen Patienten mit Tacrolimus-Salbe behandelt.

10 000 Patienten waren in 11 Multicenter-Studien aufgenommen wurden, nachdem die Zulassung erteilt worden war. 52% von ihnen waren unter 16 Jahre alt.
Von allen berichteten unerwünschten Wirkungen betrafen 75% die über 16-Jährigen, 9,5% betrafen 2-16-Jährige und 1,5% betrafen bis Zweijährige. Meistens handelte es sich um Reaktionen am Applikationsort wie Reizung, Wärmegefühl, Brennen, Jucken oder Schmerzen.

Die Inzidenz der unerwünschten Wirkungen nahm im Lauf der Anwendungsdauer ab. Insgesamt war die Inzidenz von Infektionen in diesem Gesamtkollektiv niedriger als in den vorausgegangenen Studien.

Berichtet wurden bei Anwendern von Tacrolimus weltweit über 28 nicht-kutane Lymphome, 10 kutane T-Zell-Lymphome und 27 Hautkrebsfälle (kein Melanom), für die USA lauteten die Zahlen 17, 8 und 21. Die Studienautoren setzten dies ins Verhältnis zu den bekannten Malignomraten in den USA, die für Lymphom 22/100 000 und Jahr betragen sowie für Hautkrebs (ausser Melanom) 533/100 000 und Jahr. Damit kann kein erhöhtes Risiko für ein Malignom unter Behandlung mit Tacrolimus abgeleitet werden.

Um noch weiter sicher zu gehen, läuft eine grosse prospektive Langzeitstudie, die Prospective Pediatric Longitudinal Evaluation Study (APPLES). In ihr werden 8000 pädiatrische Patienten über 10 Jahre beobachtet. Einschlusskriterium: eine mindestens sechswöchige Therapie mit Tacrolimus 0,03 oder 0,1%.





 
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