Warum sind alte Menschen so leicht ins Delir zu befördern?
Und wie lässt sich das verhindern? Professor Dr. Walter Seiler der Akutgeriatrischen
Universitätsklinik, Kantosspital Basel, hat konkrete Tipps.
Das Alter ist oft der einzige Parameter, den Senioren gemeinsam
haben. Wenns um Therapieentscheidungen geht, können sie nicht über einen Kamm
geschert werden. Mit dem geriatrischen Assessment lässt sich dagegen der Zustand
eines Patienten genügend erheben, um ein massgeschneidertes Therapiekonzept
zu entwickeln.
Wer nicht trauert, wird depressiv. Alte Menschen erstarren
oft regelrecht nach dem Hinschied ihres Lebenspartners. Sie aus der krank machenden
Depression hin zur Trauer zu führen, ist auch eine Form von Suizidprophylaxe.
Man muss nur früh genug reagieren.
Gesundheit ist ein Kapital, das man durch geschickte Investitionen
so vermehren kann, damit es von einem möglichst hohen Niveau aus langsamer zur
Neige gehen kann. Die Nutzung dieser Option ist eine Bildungsfrage.
Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in der Schulter sind
im Alter ein häufiges Problem - und oft eine Crux. Es stellt sich auch oft die
Frage, wie aktiv man noch vorgehen soll, insbesondere ob ein operatives Vorgehen
angezeigt ist. Alles steht und fällt mit der exakten Diagnose.
Weil das kardiovaskuläre Risiko mit dem Alter steigt,
lohnt es sich in zunehmendem Masse, einen erhöhten Blutdruck zu senken.
Eine Hypertonietherapie beim betagten Patienten folgt aber besonderen Regeln.
Bekanntlich ticken die Uhren in dieser Altersklasse ja etwas anders ...
Vor ein paar Jahren hat eine klinische Studie mit einer Alzheimervakzine
grosse Hoffnungen geweckt. Dann tauchten schwere Nebenwirkungen auf, und die
Geschichte wurde aufs Eis gelegt. Wars das? Oder geht in dieser Hinsicht etwas
weiter? Professor Dr. Christoph Hock, Psychiatrische Universitätsklinik,
damals als Studienarzt mit dabei, gibt Auskunft.
Je schneller bei einem Hirnschlag die geeigneten Massnahmen getroffen
werden, umso besser für den Patienten. Das spricht für spezialisierte
Teams wie solche in Stroke Units. Womit lässt sich aber ein Zweitereignis
verhindern - mit Plättchenhemmer oder Antikoagulation?
Jeden Tag ein halbstündiges Armtraining im Schaukelstuhl
schon früh nach dem Hirnschlag verbessert das Rehabilitationsergebnis nachhaltig
über mehrere Jahre.
Gerade bei älteren Patienten kommt es postoperativ häufiger
zum Delir. Erkannt wird es zumeist nur, wenn es mit Agitation einhergeht. Auch
für die postoperative kognitive Dysfunktion ist das Alter ein Risikofaktor.
Fragen
Sie bei Parkinsonpatienten unbedingt nach Schlafstörungen und Tagesschläfrigkeit.
Welchen Formen in der Praxis häufig sind und welche Behandlung Erfolg verspricht,
verriet Professor Dr. Claudio Bassetti, Leitender Arzt der Neurologischen Poliklinik,
Universitätsspital Zürich, an einer von Novartis unterstützten
Fortbildungsveranstaltung von Harvard Medical International.
Lohnt
sich eine Hypertonietherapie bei Betagten noch, ist ein Bluthochdruck im Alter
überhaupt schädlich? Die beiden sehr häufig gestellten Fragen
beantwortet der Leiter der Medizinischen Poliklinik Professor Dr. Edouard Battegay
vom Universitätsspital Basel mit einem sehr dezidierten "Ja".
Die Hochdrucktherapie bei Alten hat aber ihre Tücken.
Braucht
ein Patient mit Vorhofflimmern eine Antikoagulation, gilt das Motto "ganz
oder gar nicht". Kollegen, die Phenprocoumon halbherzig dosieren, machen
nicht nur den Schlaganfall-Schutz zunichte, sondern bringen ihren Patienten
in noch grössere Gefahr.
Muss
Ihr Patient operiert werden, sollten Sie ihn nach Phytotherapeutika fragen.
Die beliebte Selbstmedikation kann nämlich die Operation verpfuschen oder
in die Rekonvaleszenz hineinfunken.
Für
Betagte ist die Grippe kein Pappenstiel. Sie erholen sich, wenn überhaupt,
nur schwer davon. Doch trotz Impfung sind sie nur schlecht geschützt. Wie
sich ihr Schutz verbessern liesse und worauf Sie im Infektionsfall achten sollten,
war an einer Forbildungsveranstaltung der Medizinischen Gesellschaft Basel
zu hören.
Plötzlich
sitzt eine irreale Person im Sessel gegenüber, oder aus dem Nichts tauchen wunderschöne
Blumensträusse auf: Optische Halluzinationen sind gerade bei älteren Menschen
mit Sehbehinderungen keine Seltenheit. Um nicht für verrückt gehalten zu werden,
spricht allerdings kaum einer über solche Täuschungen.
Angesichts
zahlreicher moderner Osteoporose-Therapeutika wie Bisphosphonate, selektive
Östrogenrezeptor-Modulatoren oder rekombinantes Parathormon scheint die
Fluoridtherapie immer mehr in den Hintergrund zu geraten. Vielleicht zu unrecht,
meint Professor Dr. Johann D. Ringe aus Leverkusen.