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Sydney, 01.04.2006
Australier entdecken neue Krankheit
Extreme Faulheit hat eine medizinische Basis. Das hat ein Forscherteam um den Neurologen Professor Dr. Leth Argos herausgefunden und bereits einen medikamentösen Therapieansatz gefunden, heisst es im renommierten British Medical Journal.
Die neue Krankheit, die als Motivational Deficiency Disorder, abgekürzt als MoDeD (modidi gesprochen), bezeichnet wird, betrifft einen von fünf Australiern und zeichnet sich durch eine enorme Apathie aus. Diagnostisch hat sich die Kombination von PET und Motivations-Scores etabliert. "Von der Krankheit verstehen wir noch recht wenig. In jedem Fall ist sie unterdiagnostiziert und untertherapiert", erklärt Prof. Argos.
Von der kleinen australischen Biotech-Firma Healthtec wird derzeit eine Phase-II-Studie mit dem cannabinoiden CB1-Rezeptorantagonist Indolebant durchgeführt. Laut Prof. Argos sind die ersten nicht veröffentlichten Daten vielversprechend: Ein junger Studienteilnehmer, der nicht in der Lage war, vom Sofa hochzukommen, arbeitet mittlerweile als Investment-Berater in Sydney.
Der klinische Pharamkologe Dr. David Henry, University of Newcastle, spricht sich dafür aus, bei Patienten mit MoDeD einen Therapieversuch mit Indolebant zu starten. Er warnt allerdings davor, gewöhnliche Faulheit als Krankheit zu definieren. Jeder habe das Recht, mal einfach so rumzuhängen.
Eine Untersuchung der ökonomischen Dimension der Motivational Deficency Disorder schätzt die jährlichen Kosten für Produktionsausfälle für die australische Wirtschaft auf 2,1 Milliarden Franken. Die Industrie fordert deshalb ein sogenanntes Fast Tracking-Zulassungsverfahren für Indolabant.
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Quelle: BMJ, Volume 332, p. 745, bmj.com
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