Medical Tribune AG



Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Overnight Reports von der XVI. HIV-Konferenz


TORONTO, 21. August 2006

XVI. AIDS-Konferenz

Prävention für Schweiz zentral

Zum Abschluss der Aidskonferenz in Toronto haben Experten eindringlich zu einer besseren Vorsorge und zu mehr Engagement der Politik im Kampf gegen HIV aufgerufen. Die Schweizer Delegation wies auf die Wichtigkeit der Prävention hin.

"Wir haben alle wissenschaftlichen Hinweise, um Millionen Menschen zu retten. Jetzt brauchen wir den langfristigen politischen Willen, es auch zu tun", sagte Peter Piot, Direktor des Aidsbekämpfungsprogramms UNAIDS der Vereinten Nationen.

In den vergangenen 25 Jahren habe das Virus 25 Millionen Menschen getötet - daraus gelte es zu lernen. Die bisher grösste Aidskonferenz der Welt endete am Freitag, das nächste Treffen findet in zwei Jahren in Mexiko statt.

Politik gefordert

Durch die Konferenz sei Aids wieder ins politische Bewusstsein gedrungen, sagte Roger Staub, Leiter der Sektion Aids beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag der Nachrichtenagentur SDA. Die Diskussion "über das grösste Gesundheitsproblem der Menschheit" müsse zuoberst auf der politischen Agenda stehen.

Während der Tagung hatten viele der rund 24 000 Teilnehmer immer wieder beklagt, dass die reichen Länder der G8-Gruppe ihre mehrfach gegeben Spendenzusagen nicht erfüllen und daher viele Millionen Menschen unnötig an Aids sterben.

UNAIDS beziffert den Finanzbedarf im Jahr 2007 auf 18,1 Milliarden Dollar, bislang seien nur etwa 10 Milliarden Dollar angekündigt oder zugesagt. Im weltweiten Kampf gegen Aids werde dringend mehr Geld benötigt, sagte auch Staub. "Es ist unvorstellbar, wie sehr gerade Entwicklungsländer unter dem Virus leiden."

Fokus Prävention

Die Aidskonferenz in Toronto stand laut Staub stark im Zeichen der Prävention. Nach dem Fokus der letzten Jahre auf den Zugang zu Medikamenten dürften Massnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem HIV-Virus nicht vernachlässigt werden, sagte Staub.

Hier könne die Schweiz einen Beitrag leisten, indem sie ihr Know-How weitergebe. Die Schweizer HIV-Kohorten-Studie, an der 7000 Patienten beteiligt seien, stosse in mehreren Ländern auf Interesse.

Die Aids-Hilfe Schweiz, die ebenfalls an der Konferenz teilnahm, sieht sich nach deren Ende in ihrer Präventionsarbeit bestärkt. Die Schweiz sei hier "allgemein schon sehr weit", sagte Thomas Lyssy, Sprecher der Stiftung, in Toronto.

Erschreckend sei, dass an der Konferenz die Wichtigkeit von Präservativen zur Verhinderung einer Ansteckung "praktisch kein Thema" gewesen sei. Lyssy führte dies auf den Einfluss der USA zurück, deren Strategie auf Sex-Abstinenz beruhe.

Diskutiert worden sei über chemische Präventionsmassnahmen - etwa für Mikrobizid-Gele für Frauen. Diese seien aber erst in einigen Jahren verfügbar. Ein Impfstoff zeichnet sich weiter nicht ab. Etwas Hoffnung geben neue Studien zur Beschneidung von Männern, die deren Infektionsrisiko senken könnte.





 
[ Home ] [ Sitemap ]
 
hosted by bit-heads GmbH