Samstag, 04.02.2012     Medical Tribune Group





COPD – die verkannte Raucherkrankheit

400'000 Menschen in der Schweiz leiden an der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Die Krankheit wird meist erst erkannt, wenn die Lunge bereits unwiederbringlich geschädigt ist. Die Lungenliga sensibilisiert zum Welt-COPD-Tag am 18. November 2009 für diese unheilbare Raucherkrankheit. Mit einem einfachen Test auf www.lungenliga.ch können Interessierte ihr COPD-Risiko abklären. Der Lungenspezialist Prof. Dr. med. Roland Keller beantwortet online medizinische Fragen zu COPD.

Foto Lungenliga Schweiz
Foto Lungenliga Schweiz

An den morgendlichen Husten haben sich viele Rauchende gewöhnt. Dass dahinter eine schwere und unheilbare Lungenkrankheit stecken kann, ist vielen nicht bewusst. Die COPD (engl. Chronic Obstructive Pulmonary Disease) bleibt im Frühstadium meist unbemerkt. Erste Anzeichen wie Husten und Auswurf werden oft verdrängt oder als „Raucherhusten“ verharmlost. Wenn sich Atemnot meldet – das Hauptsymptom von COPD –, ist meist bereits die Hälfte der Lungenkapazität zerstört.

Wichtigste Massnahme: Rauchstopp

Rauchende sterben durchschnittlich 10 Jahre früher als Nichtrauchende. 90 Prozent der COPD-Erkrankungen entstehen denn auch durch Tabakrauch. Die verminderte Lungenfunktion wird in der Medizin mit dem theoretischen Lungenalter ausgedrückt. So hat beispielsweise ein 63-jähriger Raucher theoretisch eine 93-jährige Lunge.

Der wichtigste Behandlungsschritt für COPD-Betroffene ist ein konsequenter Rauchstopp. Nur so kann man die weitere Zerstörung der Lunge stoppen. Entscheidend für den Erfolg eines Rauchstopps ist, dass die Methode individuell gut gewählt ist. Es lohnt sich zudem, einen Rauchstopp mit fachkundiger Unterstützung zu machen.

COPD ist nicht heilbar

COPD kann zwar nicht geheilt werden. Aber je früher sie erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Die Behandlung zielt darauf, den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen und die Beschwerden zu vermindern. In den letzten Jahren wurden die Therapiemöglichkeiten ständig verbessert. So gibt es seit kurzem einen Risikoindex, mit dem sich die Behandlung von COPD-Betroffenen individuell anpassen lässt.

Lungenliga bietet Unterstützung

Neben der Information und Sensibilisierung zu COPD beraten und betreuen die Fachkräfte der Lungenliga Betroffene. In enger Zusammenarbeit mit der Ärztin oder dem Arzt stellt die Lungenliga die für die Therapie erforderlichen Atemhilfsgeräte bereit. Sie bietet zudem Rauchstopp-Beratungen und –Kurse an.

In speziellen Patienten-Schulungen lernen COPD-Betroffene Wissenswertes über ihre Krankheit und wie sie im Alltag damit umgehen können.

Was ist COPD?

Die Chronic Obstructive Pulmonary Disease, abgekürzt COPD, engt die Atemwege immer mehr ein. Durch eingeatmete Schadstoffe wie Tabakrauch oder Feinstaub entzünden sich die Bronchien. Die Bronchialmuskulatur verkrampft sich und in den Atemwegen bildet sich vermehrt Schleim. COPD wird oft zu spät erkannt. Meist ist dann bereits die Hälfte der Lungenkapazität zerstört.

Interessierte können mit einem einfachen Online-Test ihr COPD-Risiko abklären und erfahren, ob sich für sie ein Arztbesuch empfiehlt. Der Lungenspezialist Prof. Dr. med. Roland Keller beantwortet vom 2. – 27. Nov. 2009 online medizinische Fragen zu COPD. Risikotest und Online-Arzt sind unter www.copd.lungenliga.ch zu finden.

Die Broschüre «COPD – Chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Symptome, Diagnose, Behandlung» kann kostenlos in Deutsch, Französisch und Italienisch über www.publikationen.lungenliga.ch, per E-Mail bei info@lung.ch, oder per Telefon unter 031 378 20 50 bestellt werden.



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