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Das Neueste vom ACC 2008


Chicago, 2. April 2008

Krankhafte Adipositas gleicht kardiovaskuläre Risiken bei den Geschlechtern an ...

...und kann vor ischämischer Herzkrankheit schützen

CHICAGO - Zwischen den Geschlechtern, diese Tatsache ist bekannt, bestehen Unterschiede zwischen den kardiovaskulären Risiken. Eine Studie der Arbeitsgruppe um Dr. Luigi Biacucci von der Katholischen Universität in Rom, vorgestellt während des ACC.08 in Chicago, gibt Hinweise, dass solche geschlechtsspezifischen Unterschiede bei krankhaft adipösen Patienten im Gegensatz zu nur übergewichtigen Patienten nicht mehr ins Gewicht fallen. Die Forscher führen dies auf die hohen Estrogenwerte bei den Männern mit krankhafter Adipositas zurück, die sie in dieser Hinsicht den Frauen ähnlich machen.

An der Studie nahmen 71 gesunde Patienten ohne Zeichen eines Diabetes oder einer Herzkrankheit teil. Sie wurden nach ihrem Body Mass Index (BMI) in zwei Gruppen unterteilt: Die Gruppe 1 umfasste 48 Patienten mit einem BMI zwischen 20 und 39.9; Gruppe 2 schloss 23 krankhaft adipöse Patienten mit einem BMI von 40 und höher ein.

In der Gruppe der übergewichtigen Patienten (BMI 20 bis 39.9) waren Gewicht, Hüftumfang, Triglyzeride, Leptin-Werte, mittlere Dicke der Intima media (als ein Mass für Arteriosklerose), Zahl der Patienten mit Karotis-Plaques und Bluthochdruck bei den Frauen deutlich niedriger als bei den Männern. Umgekehrt waren HDL und Östrogen-Werte bei den Frauen höher. Dagegen waren bei den krankhaft adipösen Patienten bei diesen Parametern keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu erkennen.
Die Verbindung von kardiovaskulärem Risikoprofil und Geschlecht führen die Forscher auf hormonelle Unterschiede zurück. „Wenn diese Unterschiede vermindert sind, wie wir das bei krankhaft adipösen Patienten beobachten können, dann sind die Risikofaktoren ähnlich.“

Hohe Estrogenwerte

Die Erklärung: Krankhaft adipöse Patienten weisen hohe Estrogenwerte durch ein erweitertes subkutanes Fettgewebe auf, in dem Androgen durch die Aromathase in Estrogen umwandelt wird. Gemäss den vorgelegten Daten beinhaltet eine ekzessiv starke Adipositas kein zusätzliches kardiovaskuläres Risiko. Im Gegenteil, krankhaft adipöse Patienten scheinen seltener Bluthochdruck und niedrigere Cholesterin-Werte zu haben – beides wichtige Risikofaktoren für eine Herzkrankheit.

„Somit könnte eine krankhafte Adipositas durch ihre erhöhten Estrogenwerte etwas protektiv wirken“, so Dr. Biacucci. „Das Risiko einer ischämischen Herzkrankheit und einer KHK ist niedriger als das ihrer übergewichtigen oder adipösen Kollegen. Die krankhaft adipösen Patienten jedoch haben ein höheres Risiko für Herzinsuffizienz, Krebs und Lungenerkrankungen, welche diesen Vorteil wieder wett machen.“

Gewichtsabnahme ist vordringliches Ziel

Das Krankheitsrisiko muss also, so die Forscher abschliessend, bei krankhaft adipösen Patienten differenziert betrachtet werden, was auch Auswirkungen auf den Behandlungsplan der Patienten hat: „Bei krankhaft adipösen Patienten stehen nicht so sehr Triglyzeride und Cholesterin im Vordergrund, sondern eine Gewichtsabnahme. Das hat natürlich nichts damit tun, dass diese Patienten exzessiv trinken oder rauchen dürften oder nicht auf ihre Cholesterinwerte achten sollten. Aber eine Differenzierung ihrer Risikoprofile kann dem Kliniker helfen, Prioritäten in seinen Bemühungen um die Reduzierung des kardiovaskulären Risikos zu setzen.“





 
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